Der Hochzeitstag beginnt oft lange vor dem Ja-Wort: mit einem Kaffee, dem letzten Blick auf den Anzug oder einer vertrauten Hand, die beim Schließen des Kleides hilft. Beim Getting Ready seid ihr noch unter euch – und aus den vielen Plänen wird langsam euer Tag.
Hier findet ihr praktische Tipps für euren Zeitplan, den passenden Raum und die Menschen an eurer Seite. Dazu zeige ich euch, wie die Vorbereitungen Teil eurer Hochzeitsreportage werden können und welche Fotos ihr euch für diesen Morgen wünschen könnt.
Was ist das Getting Ready bei einer Hochzeit?
Getting Ready bedeutet wörtlich „sich fertig machen“. Bei einer Hochzeit sind damit die Vorbereitungen vor der Trauung gemeint: Haare und Make-up, das Anziehen der Hochzeitskleidung und die letzten Handgriffe, bevor ihr aufbrecht.
Dazwischen ist Platz für ein Frühstück, Gespräche oder einen ruhigen Moment für euch. Vielleicht hilft euch eure Trauzeugin beim Kleid, euer Bruder bindet die Krawatte oder ihr macht euch gemeinsam fertig. Ihr entscheidet, welchen Rahmen ihr euch dafür wünscht.

Wie viel Zeit braucht ihr für das Getting Ready?
Den Anfang eures Morgens plant ihr am besten vom nächsten festen Termin aus rückwärts. Wann müsst ihr am Ort der Trauung sein? Wie lange dauert der Weg dorthin, einschließlich Parkplatzsuche und Fußweg? Daraus ergibt sich eure Abfahrt – und davor liegen Styling, Anziehen und die gewünschten Fotos.
- Styling: Fragt eure Stylistin oder euren Stylisten nach dem Zeitbedarf für eure Frisur und euer Make-up. Werden weitere Personen gestylt, müssen auch deren Termine in den Ablauf passen.
- Anziehen: Probiert vorher aus, wie Kleid, Anzug und Accessoires angelegt werden. Knöpfe, Schnürungen oder ein ungeübter Krawattenknoten können mehr Zeit brauchen als gedacht.
- Fotos und Begegnungen: Besondere Wünsche wie Porträts im fertigen Outfit oder ein First Look bekommen ein eigenes Zeitfenster.
- Reserve: Lasst vor der Abfahrt etwas Luft für kleine Verzögerungen, einen Toilettengang und das Zusammenpacken.
Ein Beispiel: Trauung um 14 Uhr
Für dieses Beispiel nehmen wir an, dass ihr um 13:30 Uhr am Trauort sein möchtet und der Weg mit Parken und Fußweg 30 Minuten dauert. Das Stylingteam hat zwei Stunden vereinbart; ein First Look ist vor der Trauung nicht geplant.
- 09:30 Uhr: Frühstück und persönliche Vorbereitungen.
- 10:15–12:15 Uhr: Das vereinbarte Zeitfenster für Haare und Make-up.
- 12:15–12:45 Uhr: Anziehen, Accessoires und kurze Porträts.
- 12:45–13:00 Uhr: Reserve und letzte Dinge für die Abfahrt.
- 13:00 Uhr: Abfahrt zum Trauort.
- 13:30 Uhr: Ankommen vor der Trauung um 14 Uhr.
Übernehmt die Reihenfolge als Orientierung und ersetzt die Zeitfenster durch euren tatsächlichen Bedarf. Wenn euer Styling länger dauert, das Anziehen aufwendiger ist oder ihr euch vorher sehen möchtet, beginnt ihr entsprechend früher. Den restlichen Tag könnt ihr mit meinem Beitrag zum Tagesablauf eurer Hochzeit abstimmen.

Gemeinsam oder getrennt: Das Getting Ready für euch beide
Auch beim Getting Ready des Bräutigams gibt es viel zu erzählen: das Anziehen des Anzugs, Hilfe mit den Manschettenknöpfen, ein Gespräch mit dem Trauzeugen. Welche Vorbereitung mehr Zeit braucht, hängt von eurer Kleidung und eurem Styling ab. Besprecht für euch beide, was ihr festhalten möchtet.
Wenn ihr euch erst bei der Trauung oder einem First Look sehen möchtet, plant getrennte Räume und stimmt auch die Wege zur Abfahrt ab. Genauso könnt ihr zusammen frühstücken und euch gegenseitig beim Fertigmachen helfen. Wählt den Beginn, auf den ihr euch beide freut.

Wo findet euer Getting Ready statt?
Zuhause, im Elternhaus, im Hotel oder direkt an eurer Hochzeitslocation: Entscheidend sind kurze, gut planbare Wege und ein Raum, in dem ihr euch wohlfühlt. Ein vertrautes Zimmer kann genauso gut passen wie eine gebuchte Unterkunft.
- Licht: Ein Platz am Fenster hilft beim Styling und bietet schönes Licht für Fotos. Schaut euch möglichst an, wie hell der Raum zur geplanten Uhrzeit ist.
- Platz: Kleidung, Stylingutensilien und die Menschen im Raum brauchen Bewegungsfläche. Ein freier Bereich erleichtert das Anziehen und Fotografieren.
- Zugang: Klärt bei Hotel oder Location, ab wann ihr den Raum nutzen könnt und ob Ausstattung wie Spiegel, Stuhl und Steckdosen vorhanden ist.
- Rückzug: Überlegt, ob ihr die Tür schließen und euch zwischendurch ungestört umziehen könnt.
Legt für Taschen, Verpackungen und Reisegepäck einen festen Platz fest. So bleibt die Ecke, in der ihr euch vorbereitet, frei. Wenn ihr euch getrennt fertig macht, prüft die Verfügbarkeit beider Räume vor der Buchung.

Wer soll beim Getting Ready dabei sein?
Vielleicht wünscht ihr euch eure Eltern, Geschwister oder engsten Freunde an eurer Seite. Vielleicht reichen euch eine helfende Person und etwas Ruhe. Wählt Menschen, bei denen ihr euch wohlfühlt, und berücksichtigt dabei die Größe des Raums.
Ein paar klare Absprachen entlasten euch am Morgen: Wer kümmert sich um Frühstück und Wasser? Wer hilft beim Anziehen? Wer nimmt die benötigten Dinge mit und beantwortet letzte organisatorische Fragen? Gebt euren Begleitpersonen den Ablauf und die wichtigen Telefonnummern vorab. Wer beim Ankleiden helfen soll, sollte rechtzeitig selbst fertig sein.
Was zieht ihr während der Vorbereitung an?
Für Haare und Make-up ist Kleidung praktisch, die ihr anschließend vorne öffnen könnt: zum Beispiel ein Hemd, eine Bluse oder ein Morgenmantel. So könnt ihr euch umziehen, ohne etwas über die fertige Frisur ziehen zu müssen. Achtet auf einen bequemen Sitz und darauf, dass eure Kleidung euch ausreichend bedeckt.
Wenn ihr gemeinsame Morgenmäntel oder andere abgestimmte Outfits schön findet, können sie Teil eures Morgens sein. Für eure Fotos zählt vor allem, dass ihr euch darin wohlfühlt und bewegen könnt.

Getting-Ready-Fotos: Welche Momente möchtet ihr festhalten?
Ein Blick in den Spiegel, Hände beim Zuknöpfen, ein Lachen mit euren Freunden: Die Fotos können zeigen, wie euer Hochzeitstag begonnen hat und wer euch dabei nah war. In einer Hochzeitsreportage bilden diese Aufnahmen den Anfang eurer Bildergeschichte.
Ich begleite die Vorbereitungen so, wie sie stattfinden. Erzählt mir vorher, welche Begegnungen euch wichtig sind – etwa wenn eure Eltern euch zum ersten Mal im fertigen Outfit sehen. Dann können wir dafür Zeit lassen, ohne eine bestimmte Reaktion zu erwarten.
Auch eure Privatsphäre gehört zur Planung: Besprecht mit mir, welche Situationen fotografiert werden dürfen und wann ihr allein sein möchtet. Ihr könnt die Begleitung zum Beispiel erst nach dem Umziehen beginnen lassen oder sie später bei der Trauung starten.
Wann beginnt die fotografische Begleitung?
Der passende Beginn richtet sich nach euren Wünschen und der gebuchten Begleitdauer. Wenn ihr die letzten Styling-Handgriffe, Details und das Anziehen festhalten möchtet, komme ich vor dem Ende des Stylings dazu. Für einen längeren Ausschnitt eures Morgens planen wir einen früheren Start.
Bei getrennten Vorbereitungsorten stimmen wir die Zeiten und meine Wege dazwischen ab. Wenn wichtige Momente gleichzeitig stattfinden, kann ich sie allein nicht an beiden Orten aufnehmen. Dann schauen wir, ob sich die Abläufe versetzen lassen oder eine zusätzlich vereinbarte fotografische Begleitung sinnvoll ist.

Welche Details gehören zu euren Bildern?
Legt die Dinge, die ihr fotografiert haben möchtet, vor Beginn zusammen. So finden wir sie schnell, während ihr euch auf eure Vorbereitungen konzentriert. Wählt aus, was euch etwas bedeutet.
Kleidung und Accessoires
- Eure Hochzeitskleidung, Schuhe und ausgewählten Accessoires.
- Ringe, Schmuck, Uhr oder Manschettenknöpfe.
- Brautstrauß und Ansteckblume, falls sie zum Fotobeginn schon da sind.

Dinge mit einer persönlichen Geschichte
Vielleicht tragt ihr ein Schmuckstück aus der Familie, habt einander einen Brief geschrieben oder möchtet eure Einladung mit auf den Bildern haben. Sagt mir, welche Geschichte dahintersteckt. Solche Details bekommen durch ihre Bedeutung einen Platz in eurer Reportage.
Stimmt auch ab, wer die Ringe nach den Aufnahmen mitnimmt. Persönliche Briefe oder euer aufgeschriebenes Eheversprechen fotografiere ich nur so, wie ihr es möchtet.

Checkliste für den Vorabend und den Hochzeitsmorgen
Mit ein paar Vorbereitungen sind die wichtigsten Dinge griffbereit. Diese kurze Liste könnt ihr an eure Pläne anpassen und gemeinsam mit euren Helfenden durchgehen.
Am Vorabend
- Kleidung, Schuhe, Accessoires und gewünschte Fotodetails bereitlegen.
- Benötigte Unterlagen für eure Trauung und persönliche Dinge für unterwegs zusammenpacken.
- Den Bereich für Styling und Anziehen vorbereiten.
- Adressen, Zugang zum Raum, Ankunftszeiten und Abfahrt mit allen Beteiligten abstimmen.
- Frühstück, Getränke und eine kleine Tasche mit wichtigen Kleinigkeiten organisieren.

Am Hochzeitsmorgen
- Zeit fürs Essen einhalten und Wasser bereitstellen.
- Letzte Rückfragen an eure vereinbarte Ansprechperson weitergeben.
- Beim Anziehen, bei Fotos und Begegnungen die vereinbarten Zeitfenster im Blick behalten.
- Vor der Abfahrt prüfen, wer Ringe, Unterlagen und eure Tasche mitnimmt.
Musik, ein gemeinsames Frühstück oder ein persönlicher Brief können den Morgen bereichern. Gebt den Dingen Raum, auf die ihr euch freut, und lasst zwischen den Vorbereitungen Zeit zum Durchatmen.















